Partnerschaft mit der Moravian Church in Südafrika (Eastern Cape/District11)

Seit 1982 besteht die Partnerschaft zwischen den Kirchengemeinden im District 11 der Moravian Church (Herrnhuter Brüdergemeine) und unserem Kirchenkreis Kaufungen.

Etwa alle zwei Jahre finden Partnerschaftsbegegnungen in Südafrika oder Deutschland statt.

Die Begegnungen haben Spuren hinterlassen: Eine verlässliche Partnerschaft zwischen den Kirchenkreisen ist entstanden. Persönliche Beziehungen sind gewachsen. Bei allen Unterschieden zwischen den Ländern und Kulturen erfahren wir den Glauben als verbindende Kraft.


Jugendbegegnung im Februar 2011 in Südafrika


Besuch der südafrikanischen Delegation im Spätsommer 2009. Hier singen Anda, Zodwa, Goodwin und Khaya im Gottesdienst in Niederkaufungen.


Wer sind unsere südafrikanischen Partner?

Rund 3000 Mitglieder gehören zum Partnerkirchen­kreis. Betreut werden die etwa 20 kleinen1 weit verstreut liegenden Gemeinden von zwei Pfarrern und mehreren nebenamtli­chen Evangelisten.

Bescheidene Lebensverhältnisse, große Arbeitslosigkeit und mangelnde Mobilität ma­chen es den Christen dort nicht leicht, ein lebendiges Gemeindeleben aufrecht zu erhalten. Aber obgleich es an Geld und Ausstattung fehlt, versammeln sie sich regelmäßig zu Gottesdiensten und zahlreichen Gemeinde­gruppen. Gemeinsames Singen und Tanzen spielt zu vielen Gelegenheiten eine wichtige Rolle und spiegelt etwas von der Lebensfreude Afrikas wider.

Die „Moravian Church in Southern Africa“ (Herrnhuter Brüdergemeine) wurde 1828 durch deutsche Missionare gegründet. In der Region unserer Partner ist Shiloh in der Nähe von Queenstown die älteste Mis­sionsstation. Von hier aus wurden die Xhosa­-sprechenden Einheimischen für das Christentum gewonnen. Das Gebiet unserer Partnerkirche zählt heute zur Ost-Kap­provinz (früher lagen hier die „Homelands“ Ciskei und Transkei).

Gottesdienst in Südafrika
Fröhlich und lebendig sind die Gottesdienste der Moravian Church in Südafrika.


Kontaktadressen

Partnerschaftsausschuss des Kirchenkreises Kaufungen

Herzliche Einladung zur Mitarbeit!

Pfarrer
Thomas Dilger
Steinweg 18
34292 Ahnatal
Tel.: 05609-385
E-Mail: Pfarramt.Ahnatal-Weimar@ekkw.de



Pfarrerin
Frauke Leonhäuser
Breite Str. 9
34266 Niestetal
Tel.: 0561-522461
E-Mail: frauke.leonhaeuser@ekkw.de]


Partnerschaft konkret

  1. Austausch von Informationen
  2. Füreinander beten - füreinander da sein
  3. Stipendien für junge Leute zur Unterstützung in Schul- und Berufsausbildung
  4. Unterstützung des AIDS-Projekts „Masangane“ (Hilfe für Betroffene, Präventionsarbeit)
  5. Wechselseitige Delegationsbesuche
  6. Regelmäßiger Jugendaustausch

Wichtiges Zeichen der Verbundenheit ist der Stipendienfonds. Die Kirchengemeinden des Kirchenkreises helfen mit Kollekten und Spenden, damit schwarze Jugendliche in Südafrika eine gute Ausbildung erhalten können.

Spenden:
bitte auf das Konto:
KKA Kaufungen
Kto Nr. 2500108
Evangelische Kreditgenossenschaft Kassel
Blz. 520 604 10 (mit entsprechendem Stichwort)

Jugendbegegnungen

Etwa alle 4 Jahre finden Jugendbegegnungen zwischen deutschen und südafrikanischen Jugendlichen statt. Diese wechselseitigen Jugendbegegnungen werden vom Amt für Jugendarbeit des Kirchenkreises Kaufungen organisiert. Der letzte Besuch einer deutschen Delegation fand im Januar 2011 statt. Der Gegenbesuch südafrikanischer Jugendlicher wird im Juni 2011 erwartet.

Erlebnis bei der Reise der Jugenddelegation Es war der zweite Tag des Jugendcamps. Ein schöner, warmer, sonniger Tag. Wir verbrachten ihn mit Singen, Tanzen, Theater spielen und Beten, was für alle, wie immer, eine Menge Spaß bedeutete. Nach dem Abendessen setzt rasch die Dunkelheit ein. Es wird still in der Runde. Im Dunkeln stehen wir in einem riesigen Kreis, spüren die Gemeinschaft und beginnen uns an den Händen zu fassen. Langsam kommt Bewegung in den Kreis. Sanft schwingen wir im Rhythmus nach vorne und hinten, fangen an zu summen, dann leise zu singen. Nach einer Weile löst sich eine Afrikanerin aus dem Kreis, tritt in die Mitte und erzählt von ihrem Cousin, der vor wenigen Jahren an AIDS starb. Nach und nach treten all diejenigen in die Mitte, die ihrer lieben verstorbenen Verwandten oder Freunde gedenken wollen. Bei der Menge von Namen überkommt mich ein starkes Gefühl von Solidarität und Trauer. Viele weinen, und auch mir laufen die Tränen. In diesem Moment fühlen wir uns alle einander sehr nahe und wissen, wir sind für einander da. Es machte keinen Unterschied, wie lange wir uns kannten, wie gut wir uns verstanden. Ob Südafrikaner oder Deutsche, wir waren als Menschen zusammen, waren und sind eine Familie. (Anna Lena Ernst, Baunatal - Jugendbegegnung im Januar 2006)


Was bedeutet Partnerschaft in der Beziehung zu Kirchen in Übersee?

Partnerschaft ist ein angemessener Ausdruck für das gleichwertige Miteinander, mit den Möglichkeiten des gegenseitigen Gebens und Nehmens. Es geht darum die Beziehungen zu einander als lebendige Gemeinschaft zwischen Christen in der einen Welt zu gestalten mit der Bereitschaft, den Partner in seiner Andersartigkeit zu akzeptieren, für ihn einzustehen und von ihm zu lernen. Das wird besonders auch im Zeitalter der Globalisierung immer wichtiger. Oftmals empfinden wir in den Industrieländern heute Menschen anderer Kontinente als Bedrohung – sei es, weil Arbeitsplätze dorthin exportiert werden, oder sei es, weil Wirtschaftsflüchtlinge in unsere Länder hineindrängen. Partnerschaft will dagegen Vertrauen und Verstehen aufbauen und Furcht vor dem Fremden nehmen.

Warum Partnerschaft mit Menschen, die in Südafrika leben?

Unsere Partnerschaft ist in der Zeit der südafrikanischen Apartheid entstanden. Damals ging es in erster Linie darum, das Zusammenkommen von schwarzen und weißen Menschen zu fördern. Gerade als Christen haben wird dazu nicht nur die besten Chancen, sondern auch die Pflicht; denn Gott hat immer die ganze Welt im Auge und vor ihm sind alle Menschen gleich. Heute spielt in dieser fast 25 jährigen Beziehung das ökumenische Von-einander-lernen eine größere Rolle: Wie sieht lebendige Gemeinde aus? Wie gestaltet man Gemeindeleben mit sehr knappen bzw. knapper werdenden Finanzmitteln? Wie geht man mit der Spannung arm - reich um? Wie geht man mit Weltproblemen wie z.B. HIV-AIDS-Pandemie, Umweltfragen um?

Eindrücke von der Reise nach Südafrika vom 3.3.-24.3.2007